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Kritik von Jutta Hannecker zu 'La La Land'

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Partner von Entania
Kritik von Jutta Hannecker
veröffentlicht am 10.01.2017
100%
Casting bezeichnet den Vorgang, bei dem die Besetzung der Rollen eines Films oder eines anderen Werks mit Schauspielern festgelegt werden.
Was hat dieser Mann für Eier! Er traut sich nicht nur, nachdem beinahe jedes Leinwand-Musical floppte, eines zu verfilmen, sondern dieses auch gleich selbst zu schreiben. Wir sprechen von Damien Chazelle, der vor zwei Jahren mit seinem unfassbar spannenden Drummer-Drama "Whiplash" drei Oscars gewann. Für "La La Land" hat er noch ein paar Schippen drauf gelegt und ein dermaßen furioses VIRTUOSES Werk abgeliefert, dass einem fast die Superlativen ausgehen.
Fangen wir mal bei den Darstellern an:
Ryan Gosling ("Drive") kam bisher lieber blutig statt durch daher. Wer wusste schon, dass er singen, steppen und ganz wundervoll Klavierspielen kann? In "La La Land" gibt er den Jazzpianisten Sebastian, der sich verkaufen muss, um seinem großen Ziel, eine traditionelle Jazzbar zu eröffnen, näher zu kommen. Allerdings sind die Ratschläge, die man ihm gibt, nicht immer die verkehrtesten. So wird er gefragt: "Wie willst du zum Revolutionär werden, wenn du so ein Traditionalist bist?" Mit anderen Worten: Wie will man den Jazz am Leben erhalten, wenn die Fans aussterben und keine neuen dazu kommen, wenn man ihn, den Jazz, nicht modernisiert. Sebastian muss schon allein aus finanziellen Gründen in den für ihn sauren Apfel beißen. Unsterblich verliebt ist er in Mia (Emma Stone), eine ambitionierte angehende Schauspielerin. Auch sie tut alles für ihren Traum. Sie möchte eine große Leinwand-Mimin werden. Auf diversen Auditions spielt sie sich vor unmotivierten Casting- Agenten die Seele aus dem Leib und bekommt doch keine Rolle. Sebastian und Emma sind wie füreinander geschaffen und geben sich auf diesem mit Stolpersteinen gepflasterten Weg den nötigen Halt. Wenn die Gefühle mit den beiden durchgehen, dann singen und steppen sie nicht nur durch das moderne Hollywood, Regisseur Chazelle lässt sie sogar durch die Lüfte fliegen. Wie oben schon gesagt: Er traut sich was.
Gosling und Stone haben monatelang für diese Rollen trainiert, bis die Socken blutig waren. In keiner dieser wunderbaren Szenen ließen sich die beiden doubeln. Nicht einmal die Großaufnahmen der Hände am Klavier wurden von einem "echten" Jazzpianisten übernommen. Völlig zu Recht wurden die beiden Darsteller, das Drehbuch, die Regie, der Film und die Musik mit insgesamt sieben Golden Globes ausgezeichnet.

"La La Land" ist übrigens der Spitzname für Los Angeles. Hier leben viele ihren Traum, groß heraus zu kommen. Mit einem gigantischen Stau auf einem mehrspurigen Highway beginnt ganz gaga dieses zauberhafte Musical. Jeder sitzt für sich allein in seinem Auto, beginnt zu singen. Alle steigen aus, um auf den Dächern ihrer Gefährte nach "Another Day of Sun" (Nein, nicht schon wieder Sonne, wie öde) abzutanzen. Mit dieser Anfangsszene ist bereits klar, worauf Chazelle hinaus will: LA ohne erhobenen Zeigefinger ironisch den Spiegel vorzuhalten.

Pünktlich zum 65. Geburtstag von "Singin' in the Rain" kommt "La La Land" als eine Art Hommage an das alte Hollywood in unsere Kinos. Aber Damien Chazelle macht aus alt neu. Sein Musical ist hochmodern gefilmt und gezeichnet. Es ist ein mutiges und hinreißendes Feuerwerk an Phantasie, Nostalgie, guten Ideen, Witz, Liebe und der dazugehörigen Portion Tragik. Womit wir wieder zu dem Satz kommen: "Wie willst du zum Revolutionär werden, wenn du so ein Traditionalist bist". Keine Frage, wer der Revolutionär in Hollywood ist.

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