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Kritik von Benjamin Falk zu 'Die Glorreichen Sieben'

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Partner von Entania
Kritik von Benjamin Falk
veröffentlicht am 10.01.2017
70%
Ein Remake ist eine Neuverfilmung eines bereits existierenden, meist mehrere Jahrzehnte älteren Films.
Ein Trailer ist ein aus einigen Filmszenen zusammengesetzter Clip zum Bewerben eines Kino- oder Fernsehfilms, eines Computerspiels oder einer anderen Veröffentlichung. Der Zweck eines Trailers ist es, dem Publikum einen Vorgeschmack auf das beworbene Produkt zu geben und natürlich Werbung für dieses zu machen.
Ich bin kein besonders großer Westernfan, weshalb ich das Original von "Die glorreichen Sieben" auch nicht kenne. Das Remake hatte mich allerdings schon vom Trailer her angesprochen, denn das sah nach spaßiger Unterhaltung aus und genau das bekommt man hier auch geboten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Der fiese Geschäftsmann Bartholomew Bogue will die kleine Stadt Rose Creek unter seine Kontrolle bringen. Er erpresst die Einwohner und jeder, der nicht nach seinem Willen handelt, wird umgebracht. Eine Frau jedoch will sich damit nicht abfinden und sucht Hilfe. Sie findet sie in Form vom Kopfgeldjäger Sam Chisolm. Aus bisher unvorhersehbaren Gründen ist dieser ziemlich schnell mit an Bord. Er stellt eine insgesamt siebenköpfige Truppe zusammen, die sich dem Kampf mit Bogue stellen wollen. Schon schnell geht es um mehr als Bezahlung oder Sieg, sondern um Ehre und Freiheit.
Das basiert auf dem gleichnamigen Original von 1960, welcher wiederum auf dem japanischen Klassiker "Die sieben Samurai" basierte. Beide Filme kenne ich nicht und deshalb kann ich hier auch keinerlei Vergleiche ziehen. Ich kann mir schon vorstellen, dass Fans des Originals mit "Die glorreichen Sieben" von 2016 nicht so viel anfangen kann, denn dass der Film doch recht anders ist, kann man sich leicht denken. Die Story ist auf ein Minimum reduziert, was jedoch überhaupt nicht schlimm ist. Man hat das gut geschrieben und die Umsetzung stimmt auch. Mehr kann man zu dem Drehbuch eigentlich kaum schreiben, denn selbst wenn das alles doch recht vorhersehbar ist, kann man mit der simplen Geschichte seinen Spaß haben.

Das liegt auch an einer ordentlichen Besetzung. Denzel Washington agiert völlig reduziert und muss eigentlich kaum etwas machen, trotzdem gefällt seine Präsenz und er spielt souverän. Vielleicht der echte Star des Filmes ist jedoch Chris Pratt, der hier den Sprücheklopfer spielt und das wirklich mit einer menge Charme macht. Ethan Hawke spielt eine für ihn recht typische Rolle und füllt diese solide aus und Vincent D'Onofrio hat mir ebenfalls gut gefallen. Ergänzt wird der Siebener durch Martin Sensmeier, Manuel Garcia-Rulfo und damit es noch etwas internationaler wird, darf auch ein Asiate mit heran, der von Lee Byung-hun sympathisch gespielt wird. Etwas blass bleibt leider nur der Bösewicht, aber Peter Sarsgaard bekommt ehrlich gesagt auch überhaupt nicht die Chance, daran etwas zu ändern.
Die Figurenzeichnung ist relativ gut ausgefallen. Natürlich werden die meisten Personen nur ganz leicht angerissen und man erfährt nicht viel über sie. Dafür ist die siebenköpfige Truppe aber recht unterschiedlich geraten und jeder bringt etwas mit in dieses Team. Da stimmt die Chemie, ein paar Beweggründe gibt es hinterher auch noch und für Sympathien ist somit gesorgt. Mehr gibt es nicht, aber mehr braucht man hier auch eigentlich nicht.

Antoine Fuqua führte Regie und was der Mann momentan anfasst, wird zumindest ein solider Film. Er arbeitet gerne mit Washington zusammen und die Beiden sind ein gutes Team. Fuqua setzt "Die glorreichen Sieben" 2016 als Actionfilm im Westerngewand um, was sicherlich nicht jedem schmecken wird, doch ich kam damit gut klar. Das ist alles ordentlich inszeniert, ein paar Schauwerte gibt es ebenfalls und somit kann man aus rein handwerklicher Sicht absolut nicht meckern.
Die Atmosphäre funktioniert soweit ebenfalls recht ordentlich. Gleich am Anfang wird klar gemacht, wie böse der Bösewicht ist und dann darf ein gewisser Coolness-Faktor natürlich auch nicht fehlen, welcher zum Glück jedoch nicht zum Erbrechen ausgereizt wird. Emotionen spielen eine untergeordnete Rolle, sind aber in passenden Portionen vorhanden und ansonsten macht "Die glorreichen Sieben" am ehesten Spaß. Ein bisschen traurig wird es gegen Ende schon, aber das ist alles ziemlich vorhersehbar. Überraschungen braucht man hier allerdings auch keine.

Der Unterhaltungswert stimmt auch so. Fuqua gönnt sich erst mal eine recht lange Zeit, um seine Helden einzuführen. Bis zur ersten, richtigen Actionszene dauert es fast eine Stunde, doch diese Zeit darf sich der Film ruhig nehmen, denn es ist trotzdem nicht langweilig. Es hätten vielleicht nicht gleich ganze 133 Minuten Laufzeit sein müssen, doch Längen gibt es trotzdem fast keine. Dafür ist das Werk dann doch zu amüsant. Humor spielt zwar keine Hauptrolle, aber richtig ernst kommt "Die glorreichen Sieben" auch nicht herüber, weshalb man schon mal lachen kann. Da es zuvor so wenig Action gab, haut man dann im langen Finale richtig rein und das Ganze gleicht schon einer kleinen Schlacht. Spannung ist da eher Mangelware, aber unterhaltsam ist das auf jeden Fall.
Zum Glück lässt man auch etwas die Gewalt sprechen. Das Geschehen ist zwar nie übermäßig brutal, ist aber auch zu keinem Zeitpunkt auf eine niedrigere Freigabe aus, weshalb schon ordentlich Blut vergossen wird. Die Effekte sind allesamt ordentlich ausgefallen.
Der Score, welcher zu James Horners letzter Arbeit zählt, bevor er leider verstarb, lässt sich gut anhören und es ist schön, dass seine Arbeit noch zu Ende gebracht wurde.

Fazit: "Die glorreichen Sieben" ist natürlich kein klassischer Western und Fans von solchen werden damit vielleicht ihre Probleme haben. Als Actionfilm im Westerngewand kann das Produkt jedoch überzeugen. Die Handlung wurde bestimmt etwas verändert und modernisiert, doch da ich das Original nicht kenne, kann ich auch nicht viel mehr dazu sagen. Auf jeden Fall funktioniert das Drehbuch, die Darsteller sind gut aufgelegt und die Figurenzeichnung macht Laune, selbst wenn sie arg reduziert ist. Aus handwerklicher Sicht kann der Film ebenfalls überzeugen und die Atmosphäre ist erfreulich amüsant. Der Unterhaltungswert ist trotz der nicht geringen Laufzeit ziemlich hoch und da es im Film lange nur wenig Action zu sehen gibt, knallt das Finale dann nochmals mehr. Eine angemessene Portion Gewalt und der gute Score runden das Ergebnis solide ab. Sicherlich kein Highlight und nicht für jeden sehenswert, aber wer ein Faible für moderne Western hat und nichts gegen eine etwas actionlastigere Version hat, der könnte an "Die glorreichen Sieben 2016" gefallen finden. Gut gemacht, ist er allemal!

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