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Kritik von Mathias Broxtermann zu 'Ghost Rider'

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Partner von Entania
Kritik von Mathias Broxtermann
veröffentlicht am 19.08.2014
25%
Was für eine Grütze! Wie viele von diesen Filmen muss Nic Cage noch produzieren, bis wir ihm den Oscar endlich aberkennen können? "Ghost Rider" möchte mit einem dunklen und charakterlich verdrehten Helden gerne in die Fußstapfen des Dark Knights treten, kommt aber mit schludrigen Effekten, unmotivierten Schauspielern und einem Drehbuch für zwei Cent eher wie ein Ed Wood Film im Comicbuch-Zeitalter daher.

Drehbuchautor/Regisseur Mark Steven Johnson schafft es noch nicht einmal, eine simple Story für eine mittelmäßige Comicbuch-Adaption zu schreiben bzw. auf die Leinwand zu bringen. Der Teufel, nennen wir ihn Mephistopheles (Peter Fonda), rekrutiert scheinbar regelmäßig einen "Rider", der für ihn verdammte Seelen eintreibt (so in etwa, who cares). Die exakten Einstellungskriterien sind nicht ganz klar, er sollte wohl gut reiten können und dumm genug sein, für einen Wunsch beim Teufel einen Vertrag zu unterzeichnen. Der letzte Reiter nahm es mit seiner Dienstpflicht aber scheinbar nicht so genau, und verschwand mit einem Vertrag über 1500 Seelen (plus/minus), die unglaublich viel Macht versprachen, aus irgendeinem Kaff auf Nimmerwiedersehen.

Beiläufige Beobachtung: Moment mal, die Seelen von 1500 Trinkern und Hurenböcken aus dem Wilden Westen sind für den Teufel wie ein Powerriegel, aber er hat es scheinbar versäumt, mit Hitler, Stalin, Kim Jong Ill, Pol Pot, Osama bin Laden und anderen Konsorten Verträge zu schließen? Hat Mephisto die etwa vergessen oder einfach gepennt, oder war es die Schuld des Riders? Ich bin bereit, bei Comicbuch-Verfilmungen viel zu akzeptieren, aber wenn man anfängt sich über sowas den Kopf zu zerzausen ist die Story entweder a) Murks, oder b) lausig und langweilig (beides auswählen geht auch).

Ein neuer Rider muss her, also wird kurzerhand der junge Johnny Blaze (ein hochmotivierter Nicolas Cage greift wieder einen schnellen Scheck für einen drittklassigen Film ab) betrogen und unter Vertrag genommen. Er verlässt seine Jugendliebe Roxanne (Eva Mendes, gefangen in einer zweidimensionalen Rolle) und reift erst mal ein bisschen, bis es so weit ist endlich den verlorenen Vertrag einzutreiben. Zeitgleich betritt Blackheart (Wes Bentley) die Szene, und gegen seinen Vater Mephisto zu rebellieren und den Vertrag für sich zu beanspruchen. Warum ist nicht ganz klar, wir dürfen annehmen das bei Dämonen die Pubertät einfach etwas später einsetzt. Statt seinen aufmüpfigen Nachwuchs ordentlich zu grillen, wie es einem Höllenfürsten würdig wäre, schickt Mephi lieber seinen Rider ins Rennen, wahrscheinlich kommt gerade ein besserer Film im TV und der alte Herr will lieber auf der Couch bleiben.

Was sich bis jetzt nach 08/15 anhört geht auch genauso weiter. Der Rider verwandelt sich bei Nacht in ein brennendes Skelett und schickt die Seelen von Verdammten in die Hölle. Hört sich cool an, bleibt aber nur als Konzept cool. Auf dem Weg zu der Vertragsrolle liefert er sich eine Reihe von spektakulär öden und einfallslosen Kämpfen mit der Gang von Blackheart, die allesamt schnell und easy entsorgt werden. Die Effekte sind für ein Budget von 120 Millionen Dollar eine Peinlichkeit und sehen nach einem besseren Videospiel aus. Die Motivation und Tiefe der Charaktere bleibt eher, sagen wir mal, nicht überzeugend. Es gibt so etwas wie Dialoge. Eva Mendes betritt natürlich wieder die Szene, sieht natürlich sehr heiß aus, und natürlich liebt sie Johnny immer noch, und natürlich nutzen das seine Widersacher gegen ihn aus.

Gemessen an dem Versprechen, dass ein brennendes Skelett Verbrecher in die Hölle schickt, ist "Ghost Rider" eine echte Schlaftablette, die sich nur leider manchmal so anfühlt, als ob man sie rektal verabreicht bekommt. Das echte Grauen: Der Film machte so viel Geld an der Kinokasse, dass ein zweiter Teil produziert wurde, der angeblich noch schlechter ist! Also bei der Bewertung lieber noch Platz nach unten lassen ...

Gut für: Schlafprobleme, Seminare für Nachwuchsregisseure "Wie man es nicht macht"
Nicht gut für: alles andere

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