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Kritik von Patrick Scholl zu 'Passengers'

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Partner von Entania
Kritik von Patrick Scholl
veröffentlicht am 21.01.2017
90%
Nein, bei "Passengers" handelt es sich nicht um einen Verschnitt von Ideen aus Filmen wie "Sunshine" oder "Pandorum". Das Interessante und Sehenswerte an diesem Film ist doch, dass das Raumschiff Avalon im Mittelpunkt der Handlung steht. Dessen Design und Aufbau scheint von Video- und Computerspielen wie "Metroid" oder "X" inspiriert und wirkt durchaus eher realistisch als völlig fiktiv.

Die Odyssee, auf der sich die zwei Hauptfiguren (die gefühlt schon die Hälfte des casts ausmachen) befinden, besteht zunächst darin, ihr offensichtliches Problem eines auf schicksalhafte Weise in die völlige Isolation geratenen Lebens zu lösen. Nachdem Sie sich durch schlüssig erzähltes Scheitern diverser Lösungsversuche mit Ihrer Situation arrangieren, beginnt das, was viele als deplanzierte Romanze ansehen und der Qualität des Films in Abzug bringen. Tatsächlich ist aber ein Film eben immer ein Film und besonders dann ein guter, wenn er mit der Aufmerksamkeit und Wahrnehmungskapazität des Zuschauers spielt. Ab dem vorläufigen Spannungshöhepunkt in der Bar enwickelt sich das eigentliche Mysterium des Films, dessen Lösung Elemente von Thriller und Drama aufweist.

Einige Fragen, die man sich als Zuschauer stellt, werden so konkret beantwortet, dass man den mitwirkenden Filmschaffenden absolut planerisches und antizipatorisches Handeln unterstellen kann. Und letztendlich ist das Schiff eben der Auslöser aller Ereignisse, die die Handlung bestimmen und zu mehr als einer trivialen Geschichte machen. Es geht in diesem Film um Schicksal, Macht und Ohnmacht, Konsum, Opferbereitschaft und Überwindung, weniger um eine exportierte Liebesgeschichte. Einzig das Ende ist tatsächlich unwürdig und geradezu enttäuschend darauf hingedichtet, bei den Zuschauer das Gefühl innerer Zufriedenheit über die vermeintliche Unvermeidlichkeit glücklicher Wendungen und höherer Gerechtigkeit auszulösen. Böse Zungen würden da ein verkaufsfördernderndes mainstreaming zu Lasten der dichterischen Freiheit interpretieren.

Wenn man Filme mag, geht man ins Kino. Und wenn man italienische Küche mag, geht man zum Italiener. Dort bestellt man sich Pizza oder Pasta, je nach Geschmack. Aber was einen bei der Auswahl des Gerichtes mehr interessiert als die austauschbare Ausformung der Nudeln, ist doch die Sauce, quasi die Essenz des Gerichtes und der Kitt, der das Kunstwerk zusammenhält. Diese Sauce ist bei Passengers die Atmosphäre einer unvorstellbar ausweglosen Situation. Und die ist nunmal verdammt gut.

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