foyer - hier geht's zur startseite... die aktuellen kinocharts für Deutschland und USA aktuelle Meldungen aus der Kinowelt die aktuellen Kino-Starttermine fü Deutschland kinoprogramm unsere aktuellen kritiken heimkino - aktuelle DVD-Termine directory - Stöbere in unserer Datenbank background - Informationen rund um zelluloid.de
zelluloid

Kritik von Christopher Klaus zu 'Falco - Verdammt wir leben noch'

WERBUNG
Partner von Entania
Kritik von Christopher Klaus
veröffentlicht am 19.11.2008
70%
Biopic ist der englische Begriff für eine Filmbiografie, die aus dem Leben einer Person erzählt, die tatsächlich lebt oder gelebt hat.
Er war eine der schillerndsten Figuren des deutschsprachigen Pop-Geschäftes. Johann Hölzel alias Falco, der erste kommerziell erfolgreiche weiße Rapper der Welt. Noch während seiner Mitgliedschaft in einer unbekannten Anarcho-Band zieht der gebürtige Wiener Anfang der 80er mit seinem eigenwilligen Stil die Blicke des Plattenbosses Markus Spiegel auf sich. Kurze Zeit später releast Falco mit "Der Kommisar" seine erste Single, die ihm Chartplatzierungen in allen wichtigen Ländern bescheren. Sogar in den USA schafft es der Titel auf Platz 72. Doch nach dem überraschenden Höhenflug folgt der tiefe Fall. Nach dem kommerziellen Totalflop seines zweiten Longplayers "Junge Roemer" landet Falco in einen Strudel aus Sex und harten Drogen. Nur die Unterstützung seines langjährigen Managers und besten Freundes Horst Bork hilft ihm wieder auf. Ein Jahr später beginnt Falco mit neuen Produzenten die Arbeiten an seinem dritten Album "Falco 3". Dessen erste Singleauskopplung "Rock Me Amadeus" sollte dem Wiener später den weltweiten Durchbruch verschaffen. Nicht nur in Europa, sondern auch in den Staaten kletterte der Song auf Platz 1 in den Charts. Doch der Erfolg hat wieder seine Kehrseiten. Falco fällt in ein tiefes künstlerisches Loch und zieht sich zurück aus der Öffentlichkeit. Lediglich seine Ehefrau, die 1986 die Tochter Katharina Bianca zur Welt bringt, gibt ihm noch Halt. Nach weiteren musikalischen Rückschlägen erfährt Falco 1993, dass Katharina Bianca nicht seine leibliche Tochter ist. Der private Tiefpunkt seines Lebens treibt den Wiener Mitte der 90er in die Dominikanische Republik, wo er abseits des Medienrummels an neuem Material arbeiten will. Die Drogen jedoch lassen Falco nicht mehr los. So stirbt er am 6. Februar 1998, vollgepumpt mit Alkohol, Kokain und Marihuana, bei einem Autounfall.

Regisseur Thomas Roth wollte keine Falco-Biopic, die sich Eins zu Eins mit realen Ereignissen aus seinem turbulenten Leben deckt, sondern einen Spielfilm, der mit einem zum Teil fiktiven Drehbuch den eigentlichen Kern der Person Johann Hölzel charakterisiert. Aus diesem Grund konzentriert sich die Geschichte gar nicht so sehr auf den Musiker, sondern auf den Menschen hinter der egoistischen und egozentrischen Fassade. Roth schlägt deshalb den Bogen am Anfang des Films in Johanns Kindheit und porträtiert einen Jungen, der inmitten der bröckelnden gutbürgerlichen Fassade seiner sich scheidenden Eltern den Wunsch nach Freiheit, Geld und Erfolg hegt. Chronologisch erzählt der Regisseur den Aufstieg des Musikers, die Höhen und Tiefen und die Auswirkungen auf den Privatmenschen. Unterbrochen wird die Chronologie lediglich durch kleine Einspielungen, die in ihrer Gesamtheit am Ende des Films wie Puzzleteile den tödlichen Unfall Falcos zeigen. Als Glücksgriff erweist sich die Besetzung des Wiener Sängers Manuel Rubey für die Hauptrolle. Rubey, der glücklicherweise den Vorzug vor Robert Stadlober bekam, besitzt nicht nur eine verblüffende Ähnlichkeit mit Falco, sondern erschafft in seinem erst zweiten Spielfilm ein ungemein dichtes und berührendes Soziogramm, welches den schwierigen Menschen Johann Hölzel für den Zuschauer erst greifbar macht. Abgerundet wird der Film durch die unverkennbare Musik des Wieners, die seiner Zeit weit voraus war und noch heute ganze Generationen bewegt. Eine Empfehlung, nicht nur für Falco-Fans!

War diese Kritik hilfreich?
7 von 10 Besuchern fanden diese Kritik hilfreich.
 
zelluloid - Navigationselement
WERBUNG
Kurz-Link zu dieser Seite: http://zel.lu/k3KD
foyer | charts | filmnews | kinostarts | kinoprogramm
kritiken | heimkino | directory | background
 
zelluloid.de • ©1998-2017 Denis Hoffmann & Alexander Jachmann
 
SitemapImpressuminfo@zelluloid.de
Hinweise zum DatenschutzNutzungsbedingungen